Qualitätsindikatoren für Kirchliche Krankenhäuser - QKK

Mit Qualitätsindikatoren die Qualität der Behandlung im Krankenhaus verbessern

Neues „Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen“



Die Qualität der medizinischen Versorgung der Patientinnen und Patienten soll im Zentrum der Gesundheitspolitik stehen. „Die Menschen müssen sich darauf verlassen können, nach dem neuesten medizinischen Stand und in bester Qualität behandelt zu werden“, heißt es in der Koalitionsvereinbarung der neuen Bundesregierung. Der Verein Qualitätsindikatoren für Kirchliche Krankenhäuser – QKK e.V. (QKK) begrüßt diese Zielsetzung und die Perspektive, Qualitätsaspekte zur Steuerung im Krankenhausbereich einzusetzen.

Mit dem geplanten GKV-Finanzstruktur- und Qualitäts-Weiterentwicklungsgesetz soll ein „Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen“ gegründet werden, das u. a. Indikatoren für die Messung und Darstellung der Versorgungsqualität entwickeln und die Qualitätssicherung weiterentwickeln soll. Der QKK e.V. befürwortet, dass zu den Aufgaben des Institutes auch die Ermittlung der Versorgungsqualität auf der Basis von Routinedaten und eine bessere Information über die Qualität der Leistungserbringer gehören.
„Wir erwarten uns dadurch eine Versachlichung der in jüngster Zeit zum Teil sehr polemisch geführten Diskussionen über gute und schlechte Qualität im Krankenhaus“, meint Dr. Christoph Scheu, Vorsitzender des QKK e.V. „Das geplante Qualitätsinstitut wird die Krankenhäuser aber nur dann in der Verbesserung der Behandlungsqualität unterstützen können, wenn es sich tatsächlich neutral, wissenschaftlich ausgerichtet und unabhängig von Interessengruppen einbringen kann.“

Der QKK e.V. empfiehlt, dass bei der Ermittlung und Weiterentwicklung der Versorgungsqualität viel stärker erfolgreiche Ansätze zur Verbesserung der Behandlungsqualität aus der Praxis einfließen. Dazu gehört die Arbeit mit Qualitätsindikatoren, die in den letzten Jahren in bundesdeutschen Krankenhäusern enorm an Bedeutung gewonnen hat.

Qualitätsindikatoren sind Kennzahlen zur Behandlungsqualität und geben den Krankenhäusern zielgerichtete Hinweise auf mögliche Verbesserungspotentiale in den einzelnen Fachbereichen. Qualitätsindikatoren ermöglichen einen Vergleich mit anderen Einrichtungen. Da Qualitätsindikatoren aus Daten berechnet werden können, die bereits vorliegen (sogenannten Routinedaten), entsteht den Krankenhäusern kein zusätzlicher Verwaltungsaufwand.

Der QKK e. V. bietet seit 2005 kirchlichen Krankenhäusern die Möglichkeit, trägerübergreifend Qualitätsindikatoren zu vergleichen. Damit ist QKK bundesweit die Plattform mit der längsten Erfahrung in Qualitätsvergleichen und in der inhaltlichen Weiterentwicklung solcher Qualitätsindikatoren. Der QKK e.V. stellt seinen Mitgliedern dazu das QKK-Indikatorenset zur Verfügung, eine Auswahl für die praktische Arbeit besonders geeigneter Indikatoren. Neben bekannten Indikatorensets, die vor allem Sterblichkeitsraten und Komplikationsraten messen, verwendet der QKK e.V. eigene, selbst entwickelte Indikatoren, die eine Rückmeldung über die Qualität der Versorgung von Patienten mit besonderem Betreuungsbedarf geben. Dazu gehören palliativmedizinisch versorgte Patienten und Patienten, die an einer Demenz leiden. Mit diesen Indikatoren nimmt der QKK e.V. Qualitätsaspekte in den Blick, die aufgrund der altersbedingten Veränderung unserer Gesellschaft in den nächsten Jahren die Krankenhäuser vor besondere Herausforderungen stellen. Zur Verbesserung der Ergebnisqualität werden medizinische Audits durchgeführt, sogenannte Peer Review-Verfahren, in denen Vorschläge zur Verbesserung der Behandlungsqualität in den Mitgliedseinrichtungen gemacht werden. Die Arbeit des Vereins wird wissenschaftlich begleitet durch Herrn Professor Dr. med. Jürgen Stausberg von der Ludwig-Maximilians-Universität München. Neben der Analyse der Indikatoren gibt es regelmäßig eine Information, ob sich Ergebnisverbesserungen in den Mitgliedseinrichtungen des QKK e.V. eingestellt haben.

Aus Sicht des QKK e.V. sind Qualitätsindikatoren ein hervorragendes Instrument, um Qualitätsverbesserungen in Krankenhäusern praktisch umzusetzen. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen hat bereits im Jahr 2007 in seinem Gutachten die Nutzung von Qualitätsindikatoren vorgeschlagen. Qualitätsindikatoren aus Routinedaten sind einfach handhabbar, verursachen keinen zusätzlichen Verwaltungsaufwand und bieten zielgerichtete Hinweise auf Verbesserungspotentiale sowie auf Bereiche, in denen weitere Analysen erfolgen müssen. Dazu gehört auch der Einsatz externer Fachexperten im Peer Review-Verfahren.

Der QKK e.V. bietet an, die seit 2005 gesammelten Erfahrungen eines trägerübergreifenden Benchmarkings auf der Basis von Qualitätsindikatoren aus Routinedaten in die Gestaltung der zukünftigen Qualitätspolitik im Krankenhausbereich und die Weiterentwicklung der Versorgungsqualität einzubringen.

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Ansprechpartner für die Presse:
Dr. Christoph Scheu
Vorsitzender QKK e. V.
Klinikum St. Elisabeth Straubing GmbH
Geschäftsführer
St. Elisabethstraße 23
94315 Straubing
Telefon: 09421 7101021
E-Mail: christoph.scheu@klinikum-straubing.de<mailto:christoph.scheu@klinikum-straubing.de>

Der QKK e. V. unterstützt kirchliche Krankenhäuser bei der Anwendung von Qualitätsindikatoren und ihrer Nutzung zur Verbesserung der Behandlungsqualität.

Wissenschaftliche Begleitung:
Prof. Dr. med. Jürgen Stausberg
Arzt für Medizinische Informatik und Ärztliches Qualitätsmanagement